Clientseitiges Rendering ist eine Bauweise für Websites, bei der die ankommende Seite fast leer ist und die Wörter erst erscheinen, nachdem Code im Browser des Besuchers gelaufen ist. Der Client ist der Browser; das Rendering — das Zusammensetzen der eigentlichen Seite — geschieht dort, statt schon auf dem Server, bevor die Seite verschickt wird. Viele moderne Website-Baukästen und App-Frameworks arbeiten standardmässig so, und für menschliche Besucher ist das Ergebnis oft ausgezeichnet.
Das Problem ist, dass nicht jeder Besucher den Code ausführt. Ein Browser tut es klaglos. Maschinen, die das Web in enormem Massstab lesen, tun es oft nicht: Für jede Seite Code auszuführen, kostet weit mehr, als sie bloss anzufordern, und so nehmen viele Crawler, was in der ersten Antwort ankommt, und ziehen weiter. Ist diese erste Antwort eine leere Hülle, dann halten sie eben die leere Hülle fest.
Es ist der Fehler, der auf einer Website am schwersten zu bemerken ist, denn jede gewöhnliche Art der Überprüfung verbirgt ihn. Die Website sieht in einem gewöhnlichen Browser richtig aus. Besucher sagen, sie sehe richtig aus. Sie sieht ja auch richtig aus. Das Versagen existiert nur in einer Ansicht, die zu öffnen niemandem einfällt, und deshalb kann es während der ganzen Lebensdauer einer Website unentdeckt bleiben.
Die Lösung ist in der Regel kein Neubau. Die meisten Frameworks, die im Client rendern, können auch auf dem Server rendern oder ihre Seiten im Voraus erzeugen, und das einzuschalten ist meist eine Einstellung und kein Projekt. Es ist eines der wenigen Probleme in diesem Gebiet, für die es tatsächlich meist einen Entwickler braucht — eine Stunde eines Entwicklers, dem man genau sagt, was er ändern soll.
Ins Menschliche übersetzt ist es ein Laden, dessen Schaufensterauslage erst aufgebaut wird, wenn jemand hereinkommt. Die Kundschaft sieht sie und denkt sich nichts dabei. Der Gutachter, der vorbeifährt, um festzuhalten, was es an der Strasse gibt, sieht ein leeres Schaufenster, notiert ‹leer› und kommt nicht wieder.
