Ein elektromagnetischer Massenbeschleuniger ist im Kern eine sehr lange magnetische Bahn, die eine Nutzlast auf ihrer ganzen Länge auf hohe Geschwindigkeit beschleunigt und sie dann freigibt — Fracht wird also mit nichts als Strom gestartet. Kein Treibstoff an Bord, keine Verbrennung, keine Rakete im üblichen Sinn.
Auf der Erde stösst das an harte physikalische Grenzen. Um die Fluchtgeschwindigkeit zu erreichen und die Beschleunigung dabei so sanft zu halten, dass die Fracht nicht zerstört wird, müsste die Bahn unpraktikabel, fast schon komisch lang sein, und die dichte Atmosphäre des Planeten stemmt sich der Nutzlast auf dem ganzen Weg nach oben entgegen.
Auf dem Mond wird dieselbe Idee vernünftig. Die Schwerkraft beträgt etwa ein Sechstel der irdischen, und es gibt keine Atmosphäre, gegen die man anschieben müsste; eine Bahn von baubarer Länge könnte Nutzlasten also auf die nötige Geschwindigkeit bringen und dann loslassen. Den Strom dafür können Solarpanels liefern.
Der Reiz liegt in den Kosten. Material vom Mond zu starten, ohne jedes Mal Treibstoff zu verbrennen, könnte den Preis pro Kilogramm drastisch senken — und genau das bräuchte es, wenn der Mond je als Etappenstation dienen soll, um Missionen tiefer ins Sonnensystem aufzubauen und zu versorgen.
